Nach über 55.000 gefahrenen Kilometern quer durch Südamerika, durch alle Länder des Kontinents und unzähligen Nächten inmitten der Natur mit unserem Zelt, möchten wir hier unsere Erfahrungen mit dir teilen.
Unser kleiner Guide soll dir dabei helfen, dich von Anfang an wohler und sicherer zu fühlen, wenn du selbst einmal wildcampen möchtest.
Wir erinnern uns noch genau an unsere erste Nacht beim Wildcamping in Peru am Strand. Voller Vorfreude bauten wir unser Zelt auf, blieben in kompletter Motorradkombi und legten uns ohne Matratzen schlafen. Zu groß war unsere Angst, dass wir nachts schnell losmüssen. Geschlafen haben wir kaum, die Unsicherheit war groß. Mit der Zeit haben wir jedoch gelernt, worauf es wirklich ankommt. Heute schlafen wir auch mitten im Nirgendwo tief und ruhig und fühlen uns sicher dabei.
Alle Tipps und Erfahrungen in diesem Artikel stammen aus unseren echten Erlebnissen unterwegs. Wir hoffen, dass sie dir helfen, dich sicher, vorbereitet und frei zu fühlen, wenn du dein eigenes Wildcampingabenteuer in Südamerika startest.
Was ist Wildcamping überhaupt?
Unter Wildcamping versteht man das Übernachten in der freien Natur, also abseits offizieller Campingplätze und ohne Infrastruktur wie Toiletten, Duschen oder Strom. Statt auf einem umzäunten Platz zu stehen, zeltet man dort, wo man sich mit der Natur verbunden fühlt: am Seeufer, in den Bergen, in der Wüste oder am Meer.
Gerade in Südamerika bietet das Wildcampen unzählige Möglichkeiten. Die Landschaft ist abwechslungsreich, die Natur oft endlos weit und im Vergleich zu Europa deutlich weniger besiedelt. Dadurch gibt es viel mehr Orte, an denen man ungestört und mitten in der Natur übernachten kann. In vielen Regionen ist Wildcampen außerdem noch toleriert oder erlaubt, solange man respektvoll mit der Umwelt umgeht.
Auf unserer Reise haben wir gelernt, wie man die besten Spots findet, welche Regeln man beachten sollte und wie man sich beim Wildcampen sicher fühlt. Genau das möchten wir in diesem Guide mit dir teilen.
So funktionierts – unsere 9 Tipps fürs Wildcampen in Südamerika
Tipp 1: Wähle den richtigen Zeitpunkt
Tipp 2: Erkenne den perfekten Wildcamping-Spot
Achte auf Abzweigungen, kleine Straßen oder Plätze, die von der Hauptstraße nicht direkt einsehbar sind, zum Beispiel hinter Hügeln, Büschen oder Bäumen. Besonders am Anfang können Apps wie iOverlander oder
Park4Night hilfreich sein, da dort Stellen markiert sind, die andere bereits genutzt haben. Das gibt Sicherheit und Orientierung, gerade für die ersten Erfahrungen.
Tipp 3: Beobachte die Umgebung
Beobachte beim Eintreffen und vor dem Aufbau deines Camps die Umgebung genau: Wie stark ist die Straße befahren? Passieren Menschen den Bereich? Können Fahrer dich sehen? Diese Beobachtung hilft dir, die Sicherheit deines gewählten Platzes besser einzuschätzen.
Tipp 4: Vermeide große Städte
Vermeide Wildcampen in der Nähe von großen Städten. Zelte bieten keinen geschützten Raum wie Camper, und in städtischen Gegenden ist es oft laut, die Sichtbarkeit hoch und das Risiko unerwünschter Begegnungen größer. Abgelegene Plätze sind ruhiger und sicherer.
Tipp 5: „No dar papaya!“ – Zeig nicht, was du hast
Kolumbianer sagen: „No dar papaya“, was so viel bedeutet wie: Zeige nicht, was du besitzt. Je sichtbarer wertvolle Gegenstände sind, desto eher ziehst du Diebstahlrisiken an. Wir flogen unsere Drohne bspw. immer erst morgens, damit sie abends niemand sehen konnte.
Tipp 6: Interagiere mit Einheimischen
Wenn du Einheimische beim Aufbauen deines Zeltes triffst, verstecke dich nicht. Ein kurzer Austausch beruhigt beide Seiten und zeigt, dass du respektvoll unterwegs bist. Häufig entstehen daraus interessante Begegnungen oder sogar Einladungen, die dein Reiseerlebnis bereichern.
Tipp 7: Höre auf dein Bauchgefühl
Wenn du dich an einem Ort unsicher oder unwohl fühlst, vertraue deinem Gefühl. Baue dein Camp nicht dort auf. Ein unsicherer Platz führt zu schlechtem Schlaf und Stress – wähle lieber einen Ort, an dem du dich wirklich wohlfühlst.
Tipp 8: Schaffe dir ein Sicherheitsgefühl
Auch wenn wir es nie aktiv nutzen mussten, hat es uns Sicherheit gegeben, Stirnlampen und einen Kamerastick griffbereit zu haben. So fühlt man sich vorbereitet, falls Tiere oder andere Situationen auftreten. Pfefferspray hatten wir anfangs ebenfalls dabei, mussten es aber nie einsetzen und haben es nach einiger Zeit weggeworfen.
Tipp 9: Nutze Hilfe von Einheimischen
Das Wichtigste beim Wildcampen
Verlasse den Platz am besten immer sauberer, als du ihn vorgefunden hast. Nimm nicht nur deinen eigenen Müll mit, sondern wenn möglich auch herumliegenden Abfall von vorherigen Besuchern. So trägst du dazu bei, dass unsere Natur sauber bleibt und dass Wildcamping von Einheimischen weiterhin respektiert und toleriert wird.
Dieser einfache, aber wichtige Schritt hilft, die Umwelt zu schützen, und zeigt Verantwortung gegenüber der Region und den Menschen vor Ort. Wenn alle so handeln, erhöht es außerdem die Chancen, dass du an zukünftigen Orten sicher und ungestört campen kannst.
Rechtliches & Vorbereitung für dein Wildcamping-Abenteuer
In eigentlich allen Ländern Südamerikas ist Wildcampen toleriert und problemlos möglich – mit Ausnahme von Französisch-Guayana, da es zur Europäischen Union gehört. Natürlich solltest du an Stellen, wo es ausdrücklich verboten ist, nicht campen und dich an die jeweiligen Regeln halten. Das gilt oft in Nationalparks oder an einigen Stränden.
Jetzt steht deiner Südamerika-Reise nichts mehr im Weg, und du bist gut vorbereitet für dein Wildcamping-Abenteuer. Mit unserer individuellen Reiseberatung für Südamerika unterstützen wir dich gerne bei der Planung und Vorbereitung deiner Reise.
Bleib informiert!
Verpasse keines unserer Updates und erfahre als Erstes von unseren neuen Terminen, Angeboten oder Blogartikeln!
Unser Newsletter wird nicht regelmäßig versandt, sondern landet nur in deinem Postfach, wenn es etwas Neues gibt.